Chronik

Die Geschichte der Hedwig - Schule hat ihren Ursprung in Schlesien unter der Führung der Kongregation der Hedwigschwestern. Nach der Vertreibung aus Breslau im Jahr 1946 kamen sie nach Schloss Körtlinghausen, in den damaligen Kreis Lippstadt. Die schulpflichtigen Kinder besuchten die Volksschule in Kallenhardt.

 

Da den Kindern der weite Schulweg unter den damaligen Verhältnissen –schlechtes Schuhwerk, dürftige Bekleidung - nicht länger zugemutet werden konnte, ließ der Schulrat des Kreises Lippstadt den Unterricht im Schloss Körtlinghausen erteilen. Dieses geschah unter primitivsten Verhältnissen ab dem Frühjahr 1947.

 

Im Sommer 1948 zogen die Schwestern mit ihren Kindern nach Overhagen um. Hier bewohnten sie das Schloss. Der Unterricht wurde in einem Klassenraum und in der hauseigenen Kapelle erteilt.

 

Mit Erlass vom 25.07.1956 erteilte der Kultusminister die vorläufige Genehmigung zur Errichtung der privaten Volksschule des Kinderheims in Overhagen. Daraufhin wurde mit Wirkung vom 01.08.1956 die Privatschule errichtet. Man startete mit einer Ordensschwester, einer Lehrerin und einem Lehrer, der mit der Leitung der Schule beauftragt wurde.

 

1959 zog das Kinderheim von Overhagen in die neu errichteten Gebäude auf dem käuflich erworbenen Grundstück an die Stirperstr. / St. Hedwigstr. Dazu gehörte auch eine eigene Schule (priv. kath. Volksschule), in der die Heimkinder unterrichtet wurden.

 

Mit Bescheid vom 07.07.1971 erteilte der Kultusminister des Landes NRW die Genehmigung zur Umwandlung von einer katholischen Volksschule in eine Sonderschule für Erziehungshilfe. Mit Wirkung vom 01.01.1971 trägt die Sonderschule die Bezeichnung: „Schule für Erziehungshilfe (Sonderschule) – Ersatzschule des Kinderheims St. Hedwig in Lippstadt.

 

Mitte der 70er Jahre wurde die Schule um das jetzige Hauptschulgebäude mit den Fachräumen und der Turnhalle erweitert.

 

Zunächst war die Schule eine reine Heimschule. Es wurden ausschließlich Kinder unterrichtet, die auch im Kinderheim wohnten. Seit Beginn der 80er Jahre änderte sich das grundlegend. Die Zahl der Externen stieg drastisch an und die Zahl der Heimkinder reduzierte sich fortlaufend.

 

Dieser Entwicklung trugen die Hedwigschwestern Rechnung und gaben in der Folgezeit den Standort Lippstadt auf. 1995 kündigten sie beim Kreis Soest die Trägerschaft über die Schule. Bis zur Einigung der beiden beteiligten Kommunen (Stadt Lippstadt und Kreis Soest) über die zukünftige Trägerschaft, führten die Schwestern die Trägerschaft bis zum 31.07.1996 kommissarisch fort.

 

Ab 01.08.1996 wurde die Sonderschule als Hedwig - Schule, Sonderschule für Erziehungshilfe in Trägerschaft der Stadt Lippstadt neu gegründet.

 

1998 wurde auch das Kinderheim St. Hedwig aufgelöst. Die Kinder wurden in verschiedene Wohngruppen in der näheren Umgebung untergebracht.

 

Ursprünglich war die Schule einzige Sonderschule mit dieser Fachrichtung im Kreis Soest und somit für das gesamte Kreisgebiet zuständig. Dieses änderte sich mit der Gründung einer weiteren Sonderschule für Erziehungshilfe in Werl, die nur Kinder im Primarbereich und in der Orientierungsstufe unterrichtet. Das heutige Einzugsgebiet der Hedwig - Schule für die Primarstufe umfasst das östliche Kreisgebiet inklusive der Gemeinde Bad Sassendorf, für die Sekundarstufe I das gesamte Gebiet des Kreises Soest.

 

Heute nennt sich die Schule Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung. In 2 Schulgebäuden werden derzeit etwa 140 Schülerinnen und Schüler in 14 Klassen der Jahrgangsstufen 1 – 10 unterrichtet. Ein Gebäude des ehemaligen Kinderheims St. Hedwig wird vom Jugendwerk Rietberg genutzt. Dieses ist Kooperationspartner der Hedwig - Schule im Rahmen der schulbezogenen Hilfe zur Erziehung und gleichzeitig u.a. Maßnahmeträger für die Betreuung von Schülergruppen im Rahmen der offenen Ganztagsgrundschule, sowie vergleichbarer Gruppen für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 – 10. Das Kollegium ist angewachsen auf z.Z. 25 Lehrkräfte.